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Bei der nachträglichen Kerndämmung wird die innerhalb eines zweischaligen Mauerwerks bestehende Hohlschicht mit Steinwollegranulat verfüllt. Voraussetzung ist eine durchgängige Hohlschicht, d.h. dass diese vom Fußpunkt (Sockel) bis zur Traufe eines Gebäudes in derselben Dicke ohne Unterbrechungen vorhanden sein muss. Die Mindestdicke der Hohlschicht beträgt ca. 4 bis 12 cm.

ECOFIBRE Kerndaemmung
Beispiel: Kerndämmung Aufbau mit ECOFIBRE.

Durch eine zugelassene Fachfirma erfolgt im Vorfeld eine sorgfältige Sichtkontrolle der Hohlschicht mittels eines Endoskops, z.B. durch Bohrungen in den Fugen der Vormauerschale. Anschließend wird mit Hilfe einer Nebelmaschine, die an eine Bohrung angesetzt wird, das Mauerwerk (z.B. an Fenstern und Türen) auf Dichtigkeit überprüft. Undichte Stellen müssen geschlossen werden.

 

Hierbei wird kontrolliert

  • die Durchgängigkeit der Hohlschicht
  • Zahl und Zustand der vorhandenen Maueranker
  • die Funktionsfähigkeit der Feuchtigkeitssperren im Bereich der Zusammenführung der Windschalen und des Sockels
  • vorhandene Mörtelreste und Bauschutt insbesondere im Fußpunkt - eventuell können sie entfernt werden
  • der Zustand der Mörtelfugen der Außenwand
  • die Vormauerschale muss intakt und die Oberfläche muss diffusionsoffen (d.h. keine dampfdichten Klinker bzw. Anstriche) sein.

Die Materialien für eine Kerndämmung bzw. Hohlraumdämmung müssen bauaufsichtlich zugelassen sein. Die Zulassung umfasst auch das von der Fachfirma anzuwendende Verarbeitungsverfahren.

 

Eingesetztes Material

Die zugelassenen Materialien sind nichtbrennbar, fäulnis- und witterungsbeständig, biolöslich, hydrophob, d.h. wasserabweisend.


ECOFIBRE KD
Foto: Kerndämmung mit dem Steinwollegranulat ECOFIBRE

Die Hohlschicht zwischen Vormauerschale und Mauerwerk wird mit Dämmmaterial aufgefüllt. Das Steinwollegranulat wird durch kleine Bohrungen von ca. einem Meter Abstand - bei Sichtmauerwerk in den Fugen - eingeblasen. Im Anschluss an die Verfüllung der Bohrungen bleiben keine sichtbaren Veränderungen der Fassaden. Eine Genehmigung für die nachträgliche Dämmung durch die Bauaufsicht ist nicht erforderlich.

Energiesparpotential in Zahlen ausgedrückt:

Bei einem Einfamilienhaus Baujahr Mitte 70er Jahre ergibt sich ein Wert der Fassade von 1,2 W/m2K. Die Temperatur der Wandinnenoberfläche liegt bei 15,3 Grad. Wird die 7 cm Luftschicht mit Steinwollegranulat verfüllt, verbessert sich der U-Wert auf 0,26 W/m²K. Der laut EnEV vorgeschriebene U-Wert von 0,35 W/m²K wird somit weit unterschritten und damit erfüllt. Die Temperatur der Wandinnenoberfläche liegt dann bei 18,2 Grad Celsius.


Bei Ein- und Zweifamilienhäusern erfolgt das Verfüllen der Hohlschicht meist durch eine oder zwei Fachkräfte mittels einer Einblasmaschine.

 

Erläuterung: U-Wert

Ein Schlüsselwort für Energieeinsparung ist der Wärmedurchgangskoeffizient oder U-Wert (früher K-Wert). Dieser Wert gibt die in Watt (W) gemessene Wärmemenge an, die durch 1 m² Wandfläche in einer Stunde bei einer Temperaturdifferenz von 1 K (=1 C°) durchdringt. Je kleiner der Wert, umso besser ist die Wärmedämmeigenschaft der Wandfläche.

Anhand des U-Wertes lässt sich der Heizölverbrauch sehr leicht errechnen. Bei einem U-Wert von anfangs 1,2 W/m2K ergibt sich ein Heizölverbrauch von 12 Litern pro m2. Die weiter oben im Beispiel erläuterte Wärmedämmmaßnahme senkt somit den Heizölverbrauch auf 3,5 Liter pro m2 beheizte Fläche. Merke: U-Wert x 10 = Heizölverbrauch in Liter pro m2 beheizte Fläche.

Hier finden Sie einen U-Wert Rechner.


Vorteile der nachträglichen Kerndämmung mit Steinwollegranulat

Die nachträgliche Kerndämmung zweischaliger Mauerwerke mit Steinwollegranulat bietet viele Vorteile:

- hohe Wärme- und Schalldämmung
- die ursprüngliche Optik der Fassade bleibt erhalten
- nachträglicher Fenster- und Türenaustausch ohne Herausrieseln des Einblasdämmstoffes möglich
- Kosten- und Zeitersparnis durch ein effektives Dämmsystem
- höchster Brandschutz durch Baustoffklasse A1

- vorhandene Bauteile werden genutzt und auf den modernsten Stand gesetzt
- keine langen Bauzeiten erforderlich
- bei normalen Einfamilienhäusern ist kein Baugerüst notwendig



Alle Kostenbeispiele für eine Kerndämmung sind nach besten Wissen und Gewissen recherchiert worden und stellen jeweils nur Beispielberechnungen dar. Diese Kosten sind nicht für den Einzelfall verbindlich. Bei Interesse lassen Sie sich jeweils im Vorfeld einer Dämmmaßnahme von einem Fachbetrieb ein individuelles Angebot für Ihr Gebäude errechnen!